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Humor schwäbischer Mundart

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's Giggle

Neulich haben wir in einer Bäckerei auf dem Härtsfeld zwei Brezeln gekauft. Eine „Tüte“ (a Gugg) oder richtiger eine „kleine Tüte“ (a Giggle) zum Abtransport wurde uns zwar angeboten, aber wir haben abgelehnt, weil wir die schwäbische „Gigglespsüchologie“ kennen. Nicht jeder kennt sie. Deshalb haben wir sie hier aufgeschrieben.

Wenn ein Bäck auf dem Härtsfeld oder in den Tälern darum herum ein Giggle hergeben will, wenn jemand zwei Brezeln bei ihm gekauft hat, dann sagt er einfach: „Dao hennse a Giggle“. Das Giggle kann man dann natürlich freiwillig nicht haben wollen. Dann sagt man „Danke, ’s isch net needich“.

Weitgehend unverfänglich ist auch die Frage: „Wellat Se a Giggle?“ Auf sie kann man normalerweise getrost mit „ja“ oder „nein“ antworten, vor allem, wenn das Wort „Giggle“ betont ist. - Ist allerdings das Wort „Wellat“ betont, so beginnt bereits die „Psüchologie“. Man sollte seine Antwort sehr gut abwägen - denn ein „ja“ könnte möglicherweise atmosphärische Störungen verursachen - schon allein deshalb, weil ein Giggle bis jetzt nichts kostet. Wenn man es - sagt man „ja“ - erhält, sollte man danken, etwa mit „Ha, des isch aber a Sörwiss“.

Fragt der Bäck „Brauchat Se a Giggle?“, wird es schon problematisch, denn, wie kann man nachweisen, dass man ein Giggle „braucht“ im Sinne von benötigt. „Brauchen“ tut man das Giggle wirklich nicht unbedingt, weil man ohne es sicher nicht verhungert. Ohne die Brezeln verhungert man aber - also „braucht“ man die Brezeln, aber das Giggle dazu ist ein Luxus. Und Luxus zeugt von einem verdorbenen Charakter, und diesen traut man dem Kunden nicht zu, wenn man ihn so fragt. Man sollte auf diese Frage mit „noi noi“ antworten. Das heißt so viel wie „eigentlich ja“, aber man hat den unterschwelligen Inhalt der Frage erkannt, und von Luxus distanziert man sich, schon weil er einem nicht zugetraut wird.

Ganz klar hat sich der Bäck erst ausgedrückt, wenn er fragt: „Hättat Se a Giggle wella?“ In dieser Frage ist der absolute Überfluss und damit die Antwort „nein“ praktisch geradezu vorformuliert.

Unumgänglich in die Frage eingeschlossen ist die Antwort „nein“ bei der Formulierung „Hättat Se a Giggle braucht?“ Auf diese Frage mit „ja“ zu antworten ist entweder dreist oder dumm.

Wird die zuletzt genannte Formulierung durch das Wort „vielleicht“ erweitert, also „Hättat Se vielleicht a Giggle braucht?“, dann kann man bereits eine Spitze gegen den Brezelkäufer heraushören. Diese Frage fordert das „nein“ vollig unverpackt heraus, und nur jemand, der Streit sucht, antwortet auf sie mit „ja“ - oder eben einer, der nicht ganz sauber ist.

Nicht zu helfen ist auch dem, der auf die Frage „Sie hättat doch koi Giggle braucht?“ mit „doch“ antwortet. Dies ist eine Art Kriegserklärung.

Wenn man gleich gar nicht gefragt wurde, ob man ein Giggle will und bereits dabei ist, die Bäckerei ohne Giggle, die Brezeln in der Hand, zu verlassen, kann einem der Härtsfeldbäck noch nachrufen „I hätt Ehana fei scho a Giggle ghett“.

Das ist dann so viel wie ein freundliches „Auf-Wiedersehn“, und der Dank dafür, dass man nicht gefragt hat, ob man ein Giggle kriegt.

Quelle: http://www.heimatverein-oberkochen.de/giggle.htm

 

Im Guada 

Ein Tourist verirrt sich zur Zeit der Weinlese auf einen Weinberg im schwäbischen Tübingen. Dort wird er prompt vom 'Gog' (=Tübinger Weinbauer) erwischt und angesprochen: "Wenn'd net glei vom meim Wingert roundagoscht, schlag i di osgschpitzt in Boda nei, des di der Herrgott mit der Beißzang wieder rausziaga muss." Und weiter: "Dann heng i dir's Kreiz aus, des dein Arsch in der Schling rumtraga muscht." Der Tourist stammelt entschuldigend: "Ich habe mich doch bloss verlaufen." Sagt der Gog; "Isch net so schlimm, drum sechd mers au im Guada."

 

Schulfreindinna 

Unterhalten sich zwei Schülerinnen, eine davon ist neu in die Klasse gekommen. Fragt die 'alteingesessene' die Neue: "Willscht Du mei Freindin werra?" Sagt die Neue: "Ja, Freilich!" Fragt die erste wieder: "Hascht Du na a Bombole fir mi?" Sagt die Neue: "Noi!" Antwortet die andere: "Ha, Du bischt a domme Sau!!"

 

Ganz normale Nussa 

Erklärt der Eugen dem Guido ein Kuchenrezept. "... ond a viertel Pfond Nussa kommat au no nei." Fragt Guido: "Was fir Nussa noh, Haselnüsse?" Eugen: "Noi, noi ganz normale Nussa." Guido: "Walnüsse gell?" Eugen: "Noi, ganz normale Nussa!"

 

Flichdling 

Nach dem 2. Weltkrieg zog es viele Flüchtlinge nach Oberkochen um bei der dort ansässigen Industrie zu arbeiten. Sie waren nicht allen alteingesessenen Oberkochernern willkommen.

In der Katzenbachstraße wurde ein Transformatorenhäuschen gebaut. Kommt eine alte Oma vorbei und fragt den Kapo: "Wr kommt jedzd da nei?" Brummt der Kapo maulfaul: "Transformator". Fragt die Oma: " Isch des au wiedr so a Flichdling???".

Mangelerscheinung 

Klagt der Karle dem Josef: " 's isch scho ebbes args, dass I soviel Wurscht fressa muss, bloss des d' Kender von d'r Haut satt werrat!"

 

Bettler 

Klopft ein Bettler an der Haustür einer alten Frau: "Gute Frau, ich habe schon seit 3 Tagen nichts mehr gegessen." Antwortet die Frau: "Da misset se sich halt amol zwenga!!"

Benehmen beim Ässa 

Die Familie sitzt beim Essen, es gibt Nudeln. Sagt der Sohn zur Mutter: "Guck omol, dr Papa hot a Nudel am Riasl hanga!" Weist ihn die Mutter zurecht: "Zom Papa seiner Gosch secht mr net Riasl!!"

 

Nachmittags-Einladung 

Der Schwabe ist sehr sparsam, (Kein Geiz!!) und er sieht nicht ein, jeden Gast in seinem Hause zu beköstigen. Um diese Regelung klar zum Ausdruck zu bringen formuliert er die Einladung wie folgt: "Kommet doch nach 'm Kaffee, na kennet 'r zom Nachtässa wieder drhoimt sei!"

 

He, Sie dao onda !

In den späten Sechzigern des letzten Jahrhunderts irrte ein mit dem letzten Zug angekommener Geschäftsmann, der früh am nächsten Morgen beim Zeiss sein musste, durch das nächtliche Oberkochen auf der Suche nach dem „Pflug“, den ihm seine Firma zum Übernachten empfohlen hatte.

Ortsunkundig suchte er verfrüht bereits Ecke Bahnhofstraße und Heidenheimer Straße im Schein der spärlichen Straßenbeleuchtung die Hauswand eines Bauernhauses (heute KSK) nach einem Straßenschild mit der Aufschrift „Katzenbachstraße“ ab. – Da ging bei dem Bauern das Fenster auf und die Frau vom Landwirt schrie herunter:

„He, Sie dao onda, - dao wurd fei nergnds naobronzt“.

Quelle: http://www.heimatverein-oberkochen.de/naobronzt.htm

 

Lupfen oder heben 

Der Schwabe ist bekanntlich Häuslebauer. An seinem Bau hilft ein "Nichtschwabe". Der Bauherr drückt dem Helfer einen Balken in die Hand und sagt zu ihm: "Doa heb amol". Der Helfer will den Balken hoch wuchten, aber der Bauherr schreit: "Et lupfa, bloss heba!".

 

Ansage 

Eberhard Grupp, Inhaber von WIGO in den 1960er und 1970er Jahren zu einem Angestellten der mit einem Kunden am Telefon sprach: "Saget se dem, wenn emm dia Maschee net basst, kann er mi am Arsch lecka!"

 

Liedzeile

Sitzt a Frosch auf'm Daach und bleckt d' Zee, er fällt ra bricht sich's Kreiz und isch hee!

 

Schwäbisches Grundgesetz

§ 1 Kehrwoch isch immr
§ 2 D`Lieb vergoht, abr Sach bleibt Sach
§ 3 Mir könnet alles, nur koi Hochdeitsch
§ 4 `s Leba isch koin Schlotzr
§ 5 Wemmr gebbet, gebbet mr gern ond reichlich- abr mr gebbet nix
§ 6 `s wird scho so sei solle, sonscht wär`s net so
§ 7 Schpätzla, Porsche, Benz - mir Schwoba henn´s
§ 8 Schaffa,schaffa, Häusle baue
§ 9 `s Haus verliert nix
§ 10 A guata Supp hot no koim Domma gschadet
§ 11 Älleweil bsoffa isch au regelmässig glebt.

Version 2

§ 1 Nach dr Kehrwoch isch vor dr Kehrwoch
§ 2 Hogga ond drengga isch besser wie standa ond schaffa
§ 3 Mir kaufet nix, mir gugget bloß
§ 4 Des isch ghopft wia gschbronga
§ 5 Et gschompfa isch g'lobt gnuag
§ 6 Schönheit vrgeht, abr Sach bleibt Sach
§ 7 Lieber hälenga gscheit wie oheimlich domm
§ 8 Dr Schwob wird groß mir Spätzle ond Soß
§ 9 `s Haus verliert nix
§ 10 Liaber da Maga verrenka als em Wirt was schenka
§ 11 A gscheits Viertele hat no koim Domma gschadet

 

Hier noch ein Link zur Seite des Heimatverein Oberkochen

Die Prenzlschwäbin

Hier eine Auswahl ihrer Videos:

  Meine Homepage Wilfried Preuß