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Unsere Fahrten nach Jugoslawien (1968-1969)

Unsere Fahrten nach Jugoslawien

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Mit meinem Bruder Bernhard habe ich 2 Reisen nach dem heute ehemaligen Jugoslawien unternommen. Beide Male haben wir in Prapratno, das am Anfang der Halbinsel Pelješac liegt, campiert. Bernhard hatte seinerzeit einen Renault R4.

Bernhard †

Renault R4 (Foto ähnlich)

Von Oberkochen aus ging es erst einmal über die Brennerautobahn nach Italien.

Ich erinnere mich noch, das wir einmal auf diesen Fahrten Venedig besichtigten. Als Ortsfremde sind wir einfach dem größten Menschenstrom gefolgt. Das war eine abenteuerliche Sache. Wir haben viel zu sehen bekommen, unter anderem den Markusplatz. Weiter ging die Fahrt über Jesolo, wo wir einmal auf dem Campingplatz übernachteten. Ich weiß noch, das wir den feinen Sand des Strandes von Jesolo sogar bis ins Essen hatten. Die Fahrt ging weiter über Triest dann die Küstenstraße entlang an Rijeka, Zadar und Šibenik vorbei. Unterwegs trafen wir mal auf einen Unfall. Ein Auto war auf der nassen Straße ins Schleudern gekommen und mit dem einen Hinterradkasten an einem der Betonpoller der Straßenbegrenzung hängen geblieben. Die Insassen waren durch die Heckscheibe heraus geschleudert worden. Wir versorgten notdürftig das blutende Paar und ich fischte noch deren Papiere aus dem Handschuhfach des Autowracks. Dann warteten wir mit der Weiterfahrt, bis alles mit Polizei und Krankentransport geregelt war. Zum Dank und weil er nicht wußte wohin damit, schenkte uns der Unfallfahrer eine Campinggasflasche.

In Split trafen wir einen Einheimischen der deutsch sprach. Er konnte so schnell sprechen, dass wir wegen seines Akzentes kaum mitbekamen was er alles sagte. Er unterhielt sich einige Zeit mit uns und schimpfte hinter vorgehaltener Hand auf den damaligen Diktator Josip Broz Tito genannt "Tito". Zum Schluß empfahl er uns noch ein Speiselokal - das war sowie so immer sehr abenteuerlich für uns mit dem Essen gehen, da wir nie vorher wußten was wir bestellen weil wir die Landessprache nicht können. Im empfohlenen Lokal aßen wir dann Gulasch mit braunen Bohnen - wirklich lecker! Einmal auf dem Lande bestellten wir irgendwas von der Speisekarte. Das war ein wirklich schmackhaftes Geflügelgericht.

Auf unserer ersten Fahrt fuhren wir nur die Küstenstraße entlang. Damals waren wir nur bis zum Campingplatz Prapratno bei Ston gekommen.

Gefunden hat Bernhard den Platz eigentlich durch Zufall. Wir wollten die Halbinsel Pelješac erkunden und hielten mal an. Dann entdeckte mein Bruder die Bucht und wir fuhren dort runter. Der Weg runter war nicht was wir als Straße bezeichnen würden. Es war ein in den Fels gehauender etwas geebneter Pfad auf dem nur sehr sehr langsam und vorsichtig um die größten Unebenheiiten herumgefahren werden musste, um nicht das Auto zu beschädigen oder gar hängen zu bleiben. Der Campingplatz war damals noch sehr abenteuerlich. Unbenutzbare sanitäre Einrichtung - jeder erledigte sein "Geschäft" irgendwo hinten im Wald. Aber sonst ist die Lage ein Traum. Zum Einkaufen fuhren wir glaube ich immer nach Ston.

Der Text im Internet zu Prapratno:

Nur drei Kilometer westlich von Ston ist Prapratno. Eine der schönsten Buchten in diesem Teil der Halbinsel Pelješac mit einem langen Sandstrand in der Nähe von Kiefernwald. Fast nirgendwo ist das Meer war so klar und warm. Wellen die von Sommerwind Mistral aus der Mljet Kanal gebracht werden machen diese magische Bucht einzigartig.

Prapratno Campingplatz

Es kamen aber auch Händler auf den Campingplatz. Zum Beispiel einer mit Obst und Gemüse, bei dem kauften wir immer Kirschen und Tomaten - alles sehr lecker. Vor allem die Kirschen hatten es mir angetan und ich aß sie sehr gerne, bis ein Campingnachbar mich fragte, ob mich die Maden in den Kirschen nicht störten. Von da an gab es keine Kirschen mehr für mich, denn ich stellte fest das in fast jeder eine Made war. Das hatte mir den Appetit gründlich verdorben. Sehr schmackhaft waren die Tomaten dort, sie waren so reif das sie schon fast süß schmeckten. Zum dortigen Brot kann ich nur sagen, dass es sehr gewöhnungsbedürftig ist. Kaum gesäuert, fast geschmacklos. Das waren kulinarische Erfahrungen für's Leben. Da gibt es noch ein Erlebnis, dass ich nie vergesse: Wir waren zum Lammbraten etwas ausserhalb gefahren. Das Fleisch war fürchterlich zäh und schmeckte auch nicht gut. Vor lauter Ärger habe ich viel zu viel von dem Sliwowitz "erwischt". Dieser kam in großen Wassergläsern auf den Tisch. Ich weiß noch, das ich total betrunken im Auto die Handbremse löste und damit losrollte. Das nächste an das ich mich erinnere war, das auf dem Campingplatz auf einem Campingstuhl saß und einen "Mordskater" hatte.

Auf unserer zweiten Fahrt sind wir an unserem südlichsten Punkt bis nach Dubrovnik gekommen. Das war für uns sehr interessant anzusehen. Was mich am meisten beeindruckte war abends das Flanieren der vielen Menschen in der Stadt. Ich hatte den Eindruck, dass alle, meist jungen Leute, unterwegs waren.

Von Dubrovnik aus sind wir ein Stück Richtung Mostar in's Landesinnere und dann zu den Plitvicer Seen gefahren.

Wie wir so durch das Landesinnere fuhren, hatten wir ein etwas beängstigendes Erlebnis. Ein Autowrack lag unterhalb im Gebüsch und wir hielten an und stiegen aus, um eventuell zu helfen. Plötzlich war die Straße sehr belebt und viele Hände versuchten aus dem Wageninneren etwas heraus zu holen. Schnell waren wir wieder im Auto und fuhren schnell weiter.

Ein kleines Erlebnis hatte ich noch beim Anhalten irgendwo unterwegs. Das Auto rollte nur noch langsam dahin und ich öffnete den Sicherheitsgurt und Bumms hing ich vor der Windschutzscheibe. Da war im Gras versteckt ein hoher Stein aud den wir prallten. Das hatte ganz schön weh getan.

Weil es auf Dauer auf dem Campingplatz zu langweilig war sind wir ein Stück nordwestlich gefahren und sind nach Korčula übergesetzt. Zu dieser Zeit bekam ich eine heftige Mandelentzündung, Ohrenschmerzen und Fieber. Viel weiß ich nicht mehr, nur das es mir sehr schlecht ging und nach Hause wollte. Irgenwo waren wir auch mal bei einem Arzt, der entfernte etwas aus meinem Ohr und gab mir Medikamente gegen meine Mandelentzündung - vermutlich Antibiotika. Bald ging es mir wieder besser.

Ich weiß noch, dass bei unserer zweiten Fahrt der Song Poupée de cire, poupée de son herausgekommen war und dieser oft in unserem Autoradio zu hören war. Ist immer noch ein tolles Stück von France Gall.

Als wir von der zweiten Reise zurück nach Hause kamen war mein Jugendfreund Bodo Eckartsberg frühzeitig verstorben - eine traurige Angelenheit, schließlich waren wir erst ca. 20 Jahre alt!

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