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Kinderlandverschickung nach Norddorf, Amrum (Juni 1960)

Kinderlandverschickung nach Norddorf Amrum

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Von irgendwo her bekamen meine Eltern das Angebot, mich mit einer "Kinderlandverschickung" nach Amrum zu schicken. Es ging mit dem Zug von Oberkochen oder Aalen über Bebra und Hamburg Altona nach Norden.

Vor der Abfahrt in Aalen(?)

Das war eine sehr lange Zugfahrt. Wir hatten für die Fahrt ein eigenes Eisenbahnabteil für uns, in dem wir auch schliefen. Ich erinnere mich, dass wir nachts länger im Bahnhof von Hamburg Altona waren und an die Geräusche der fahrenden Züge in der Nacht, die wir halb schlafend im Abteil verbrachten. Wir hatten auch mit der dortigen Bahnhofsmission zu tun, ich meine wir hätten dort Tee bekommen. Es wurde dort viel von den Bombenangriffen auf Hamburg im Krieg erzählt. Aber das interessierte mich damals noch nicht. Weiter ging es bis zur Fährstation Dagebüll, an der wir nach Amrum übersetzten. Das war meine erste Begegnung mit der Nordsee, überhaupt einem Meer. Das war schon eine tolle Sache. Auf Amrum ging es dann nach Norddorf in das Kinderheim Paulsen.

Kinderheim Paulsen, Norddorf

Wir waren zusammen 4 Jungen in unserem Zimmer. Das Essen dort war wirklich unterstes Niveau. Es gab oft Brote mit Quark und Mehlsuppen. Es gab sogar einmal Ärger, weil einer per Brief nach Hause berichtete das das Essen so schlecht sei. Unsere Hauptbeschäftigung war Spazierengehen zum Strand und durch das Kiefernwäldchen. Am Strand wurden Sandburgen gebaut und gebadet. Das Wasser der Nordsee war nach gemäß eines Briefes nach zuhause nur 16-18 Grad warm. Einmal bin ich in einem Priel fast ertrunken. Zum Glück war ein älterer Junge in der Lage mich zu retten. Es war dort ziemlich windig und, nach Schilderungen in meinen Briefen, im Haus sehr heiß. Einmal war sogar ein richtiger Sturm, so das wir Angst bekamen. Ich hatte dort ziemlich Heimweh und schickte mehrere Briefe nach Hause. In einem bat ich um Gummistiefel und Hustenmedizin.

Wir haben auch einmal eine Omnibusfahrt zum Leuchtturm von Amrum, bei Wittdün, gemacht und haben diesen auch bestiegen. Ich berichtete nach Hause, das er 42 Meter hoch sei.

Der Amrumer Leuchtturm

Einer Gruppe im Kinderheim wurde von einer „Tante“ aus einem Buch über die Titanic vorgelesen. Leider war ich nicht in dieser Gruppe. Ich fand das sehr spannend.

Wir hatten dort ein „Hauslied“ das ziemlich oft von uns stolz gesungen wurde. Als ich es zu Hause vortrug meinte mein Vater das er die Melodie kenne, aber einen ganz anderen Text dazu. Nämlich Märkische Heide - Hymne Brandenburgs siehe: Video Märkische Heide Unser Text enthielt: „Kennt ihr in Norddorf Paulsens Kinderschar“ und „steige hoch du Silbermöwe, hoch über Amrum-Land, du bist die schönste der Inseln im lieben deutschen Vaterland“.

Zuhause hatte meine Mutter als Begrüßungsessen Kohlrouladen gemacht. Heidrun Kirsch, das Mädchen von gegenüber, war mit beim Essen dabei.

Meine Briefe nach Hause:

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Weitere Berichte

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